Tiny House

Wie in dem Beitrag über das Tiny House Festival angekündigt, stelle ich hier den Entwurf eins Tiny House als Anregung zum Selbstbau vor.

Die Konstruktion fällt  durch ihre Außenhaut aus längsgestellten, an der Traufe gebogenen Wellblechplatten auf, die sowohl das Dach als auch die Seitenwände bedecken und den Baukörper sozusagen einwickeln.

Tiny House Seitenansicht

Ein weiteres besonderes Merkmal stellen Alkoven – Erker dar, die den Innenraum seitlich erweitern und für einen gelegentlichen Transport eingeschoben werden können. Sie schaffen viel Platz, sodass der übliche Schlafraumloft mit seiner geringen Kopffreiheit vermieden werden kann.

Querschnitt im Hinteren und vorderen Bereich mit Alkoven

Durch die Alkoven wird eine Raumaufteilung möglich, wie sie beispielhaft in folgendem Grundriss vorgeschlagen wird:

Grundriss

Der Entwurf legt auf ausreichenden Platz für Schlafen und Sanitär Wert. So befindet sich links ein relativ großes Badezimmer mit Dusche, Waschbecken, Toilette und Waschmaschine. ( Öffentliche Anschlüsse für Wasser und Abwasser sowie für Strom werden vorausgesetzt.) Die Belüftung erfolgt über ein kleines Klappfenster über der Toilette.
Es schließt sich ein Schlafraum an mit einem 140 x 200 cm großen Bett, zwei Schränken und wahlweise einem Unterschrank oder einem Arbeitstisch. Über letzterem befindet sich ein Fenster. Das Bett ist zum Teil in einen der einschiebbaren Alkoven eingebaut.
Vor dem Schlafraum liegt eine Wohnküche mit einer Einbauküche, einem Regalschrank und einer Sitzgruppe. Die Couch ist zum großen Teil in einem zweiten Alkoven untergebracht. Sie ist 140 cm breit und kann auf Bettlänge ausgezogen werden. Gegenüber der Couch ist ein Fenster vorgesehen. Die Eingangstür befindet sich gegenüber der Küchenzeile. Sie ist als möglicher Zugang zu einer Terrasse recht breit bemessen. Neben ihr hat ein Garderobenschrank Platz.

Der Baukörper ist 778 cm lang, 312 cm hoch und 253 cm breit. Die Raumhöhe beträgt 260 cm. Er ist für den Aufbau auf einen Vemmix Trailer als Hochlader mit einer Ladefläche von 780 x 244 cm vorgesehen. Die Höhe des gesamten Fahrzeugs beträgt dann 370 cm. Der Trailer hat einschließlich Zugdeichsel eine Länge von 950 cm.

Das Grundelement der Konstruktion ist ein durch Holzplatten ( Multiplex – Platten, OSB – Platten, Siebdruckplatten, ) stabilisiertes Holzständergerüst / Fachwerk aus Konstruktionsvollholz. Die folgende  Abbildung zeigt ein Modell :

Tiny House Modell

Die Bodenplatte besteht aus einer Lage dünner Siebdruckplatten, auf die Balken(1) im Abstand von 49 cm quer aufgebracht werden. Die sich ergebenden Fächer werden mit Isoliermaterial  ( z. B. Steinwolle ) ausgefüllt und mit einer Dampfbremse abgedeckt. Die Balkenenden werden rechts und links mit einem beiderseits längs aufliegenden Schwellbalken(2) verbunden. Zwischen die Schwellbalken sollen im Schlaf-  und Wohnraum Holzdielen aufgenagelt werden. Der Fußboden im Badezimmer sollte wasserdicht gestaltet werden.

Bodenplatte

Auf die Schwellbalken werden Ständer senkrecht aufgeschraubt.  Die Abstände der Ständer untereinander betragen wie die der Fußbodenbalken 49 cm. Sturzriegel(4) werden an den Ausschnitten für Tür, Fenster und Alkoven  angebracht. Zur Vermeidung von Parallelverschiebungen werden einige Streben(5) eingesetzt. Von innen  werden  miteinander verleimte 15 mm dicke OSB-Platten aufgeschraubt. Damit entfällt die Notwendigkeit einer Dampfbremse.  Auf die OSB-Platten soll die Wandinnenverkleidung aufgeklebt  werden, im  einfachsten Falle Strukturtapete. Die Fächer zwischen  den Säulen werden wie an der Bodenplatte  mit Isoliermaterial ausgefüllt, nach außen aber nur mit einer Spannbahn abgedeckt. Zur Realisierung einer Hinterlüftung werden auf die Spannbahn im Bereich der Ständer 15 mm dicke Leisten(6) geschraubt. Die Struktur von Vorder- und Hinterwand ist den  Seitenwänden ähnlich und bereits weiter oben zeichnerisch dargestellt. Als Fassadenverkleidung sind – wie anfangs  beschrieben – Wellblechplatten vorgesehen. Vorder- und Hinterwand sollen mit  farbig lasiertem Holz verkleidet werden.

Rechte Seitenwand
Linke Seitenwand

Von oben werden längs Rahmenhölzer(7) auf die senkrechten Ständer geschraubt. Auf diese   kommt zozusagen spiegelbildlich zur Bodenplatte  eine querverlaufende Balkenlage(8) im Abstand von 104 cm. Zwischen die Balken wird wiederum Isoliermaterial eingefügt, das innen mit einer Dampfbremse  und außen mit einer Spannbahn  bedeckt wird. Die obere Verkleiung der Wohnräume  befindet sich unterhalb der Dampfsperre und besteht aus Sperrholz. Über bogenförmig geschnittene Bohlen(9), die die Balken nach oben abrunden, werden dann von  außen die Wellblechplatten des Daches aufgeschraubt.

Dachplatte

Alternativ kann das Dach natürlich auch völlig anders ausgebildet werden, z. B. als Pultdach in Längs- oder Querausrichtung und auch mit anderen  Materialien  ( z. B. EPDM – Folie ) eingedeckt werden. Auch eine Fassadenverkleidung mit Holz, HPL – Platten . . . . . ist bis zu einer maximalen Dicke von 2 cm problemlos möglich, da die Breite des Ständerwerkes einschließlich Hinterlüftungsspalt auf  249 cm berechnet ist. Die Alkoven sollen in dem vorgestellten Modell im Überigen als komplette Bauteile als Verbundsystem aus Aluminiumplatten, Styrodur und Multiplex hergestellt und dem Wellblech von außen farbig angeglichen oder im Kontrst hervorgehoben werden.

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